Tag 1 und 2 – Der wirkliche Anfang – Auf dem Weg nach Rostock

3,2,1- und dann sind wir losgedüst! Wir? „Wuhuuuu…it´s just M(ari)e myself and we ride until we die.”- Zitat von diesem einen Song, von dieser einen Band.  Marie (die recht spontan beschlossen hatte mitzukommen, die Anlieferung des Fahrrads erfolgte über Blablacar) wird von Brokkoli begleitet, also sind wir streng genommen zu dritt.
Der erste Tag ist vorbei- es war ein langer Tag. In den Morgenstunden haben wir am nebligen Strand die Augen offen gehalten: Im Sand blinken grell Kippenstummel hervor. Um die 500 Zigaretten haben wir in einer Stunde mit sieben Leuten gesammelt. (Fun Fact: Eine Zigarette vergiftet 1000 Liter Wasser so, dass kleine Mikroorganismen sterben. Fun Fact 2: Der Filter enthält Plastik, zersetzt sich dementsprechend zu Mikroplastik, gelangt so in jegliche Nahrungsketten.)  Ein paar Interviews und Gespräche später und auf einmal sind Marie und ich schon auf der anderen Seite des Müllvorhangs. Wo geht´s nun hin? Gen Westen, auf dem Weg nach Rostock.  Nach ein paar Stunden unter der strahlenden Sonne radelnd, haben wir in Dierhagen unsere Zelte aufgeschlagen. Naja, Marie hängt in ihrer Hängematte ab. Zehn Meter weiter beginnt das endlose Meer. Abends haben wir dann von der Verkäuferin, noch ein paar entsetzte Blicke kassiert (Wortwitz), weil wir unsere Brötchen einfach ohne Tüte in den Stoffbeutel gesteckt haben. Die Jugend von heute. Die Jugend von heute, versucht Verpackungsmüll zu vermeiden.
8:00 Uhr: Wecker. Der heutige Tag ist angebrochen. Unerwartet hatte es in dieser Nacht leider angefangen zu nieseln, weshalb wir uns ins Zelt verpieseln mussten. Erneutes Packchaos: Ein nasses Packchaos, das ich in den Griff bekommen hab´. Daraufhin ein morgendliches Strandmüllsammeln, das ab sofort meine Routine wird, wie für andere der Sonnengruß auf der Yogamatte. Jeden Meter ein unauffälliges Müllstück, so dass man beinahe meinen könnte, der Strand wäre sauber. Der maschinellen Reinigung entwischen die kleinen Müllstückchen. Zigaretten, Feuerwerkskörperchen (Öhm, Silvester war vor einem halben Jahr) und Stücke von Netzen bleiben zurück. „Eh, kein  Wunder. Dat sieht alles so ähnlich aus. Ich heb´ so oft ausversehen ne´ Muschel auf. Da versteh ich die Vögel voll. Die Fische auch. Die Vögel und die Fische.“- Originalzitat von der berlinernden Marie, aus dem Gedächtnis rekonstruiert.
Dann haben wir uns wieder auf den Sattel gepflanzt. Es folgten unterschiedlichste Waldwege, welche Marie so schön mit Klopapier verglich. Es gab a) das Öko-Recycling- Klopapier, nicht unbedingt sanft: Eben die echten, naturbelassenen Waldböden, b) das 4-lagige Klopapier, weich und zart: Das waren die geteerten Wege, c) das kratzige Klopapier: Es ging auf und ab, ein bisschen aufgeschottet hier, eine Wurzel da. Insgesamt kann man es aber nur als wunderschön resümieren: Waldwege gesäumt von gekrümmten Bäumen, sich hochstreckenden Bäumen, mit und ohne Nadeln, morastiger Waldboden: Natur pur. Auf jenem Wege sind wir nach Markgrafenheide gelangt, also kurz vor Rostock. Hier haben mich Marie und Brokkoli nun verlassen. „Lonely, lonely. I´mso lonely ooooon my own.“- Zitat Akon. Ich kann mich ja noch mit den abertausenden Mücken unterhalten. Das letzte Etappenstück packe ich alleine. Vorher verweile ich hier aber noch einen weiteren Tag. Bilder zu dem ganzen Spaß und Abenteuer gibt es in der Galerie.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s