Tag 8, 9, 10 und 11 – Von W bis L

Es gibt viel zu erzählen. Von A bis Z und von W bis L. Heute Morgen habe ich endlich wieder die Zeit zum Schreiben gefunden. Einen Moment: Eine Baby-Spinne durchwandert gerade das Labyrinth meiner Tastatur. Ich lasse ihr das Lebenserlebnis.  Mein Gehirn spult den Film etwas zurück und setzt nochmal bei Rupert und Elisabeth an.
Ich verlasse nun den Hof und rufe das letzte Mal leise im Kopf „Ruuuuupert“. Ich rede mir ja so gerne ein, etwas intellektuell zu sein, aber das mein Gehirn automatisch aus „Roooobert“, welches häufig bei den Geißens gerufen wurde, ein „Ruuuupert“ macht, gibt mir doch zu bedenken. Jeder der weiß was ich meine, kann mit mir zusammen den Kopf in den Sand stecken. Der Rest: Herzlichen Glückwunsch, ihr seid die wahren Intellektuellen.
Weiter in der eigentlichen Geschichte. Schon bin ich wieder losgedüst. Ein Ortsschild kommt mir entgegen. „Wodorf“, zeigt es mir.  Endlich habe ich mich verstanden gefühlt. Dem Namensgeber muss ähnlich ergangen sein. Wo bin ich hier? Irgendwo im Nirgendwo? Aus dem Nirgendwo herausgefahren, gelange ich nach Wismar. Wismar- eine unglaublich schnucklige, schöne Stadt. Oh, wie schön ist Wismar.  Jetzt ist Wismar noch viel schöner, denn auch der Wismarer  Strand wurde von BUNDler*innen gereinigt. 15 sehr engagierte Menschen sind ca. 2-3 Stunden in Wendorf alle Ausbuchtungen entlang gelaufen, um sie von jeglichem Müll zu befreien. Glas, Plastiktüten, die altbekannten Zigaretten und so weiter und so fort. Danach wurde sich noch zusammengesetzt und darüber geklönt, wie es nun weitergeht. Wie stellt man sich hier am besten politisch auf? Das Meer hat schließlich auch noch mehr Probleme  als nur den Müll. Eutrophierung (Überdüngung), Unterwasserlärm, Überfischung ( An dieser Stelle zitiere ich gerne Scooter: „How much is the fish?“ Da hatte er schon die ganz richtige Frage gestellt. Viel kritischer als er sie selbst beim Schreiben des Songs vermutlich eigentlich gemeint hatte.)…und die Liste geht noch weiter.
Beinah´ hätte ich auch noch  eine weiter Mitfahrerin generiert. Solveigs Empfehlung an mich war ein Tandem. Die Vorstellung find´ ich genial. Am besten wäre dann noch eine geklonte Kea-Müllsammel-Armee auf einem 10er-Tandem. Jaja, soviel zu meinen Träumen. Ich konnte leider nicht im Bett der Jugendherberge träumen, die war recht unerwartet ausgebucht. Aber ich habe es Dank gewisser Menschen wieder geschafft, mich in einer WG einlümmeln zu können.
Sonntag ist Karla dazu gestoßen oder auch, wie ich sie getauft habe, „Karla Kolumna“ meine personal Reporterin, die auf Schritt und Tritt meine Gedanken, Aktionen und Radumdrehungen dokumentiert. Dabei schaut sie zeitweise etwas dämlich aus, denn sie hatte ihre Go Pro auf. Nachdem ich Karla zum altmodischen Seifenblock und von verpackten Shampoos weg bekeat habe, musste sie am nächsten Tag feststellen, dass man mit mir durchaus auch mal verkeat fährt. Auf dem Wege nach Lübeck haben wir so einige Schlenker gemacht (Das Handy war so gut wie stromlos, Menschen nicht in der Nähe, die Karte zu ungenau), sind ein paar Kilometer einem Wanderweg gefolgt (Die Betonung liegt dabei auf „Wander“) und haben uns wie richtige Mountain-Bike-Profis ohne Mountainbike gefühlt, weshalb man dann auch nicht mehr wie ein Profi aussieht, sondern wie ein Mensch der mit einem leichten Adrenalinkick all sein Können ausblendet und herunterbrettert. Well, well, wir sind angekommen. Der Weg führte zum Ziel und wir beide hätten den Weg wohl auch nicht missen wollen, da er an einer atemberaubenden Steilküste entlang führte. Schwalben sirrten um unsere Köpfe, das Getreide bog sich mit dem Wind, die Felder wurden Lüften durchpflügt. Manchmal hob sich ein Schmetterling von einer Mohnblüte. Der Blick ging tief herunter in das klare Wasser: rot-bräunliche Algen im Kontrast zum türkisblauen Wasser. Meine Augen wären dort gerne hängen geblieben, aber es ging weiter. Etwas platt sind wir nun also in Ivendorf in Travemünde angekommen. Karla ist in den Zug gestiegen und kommt dann nächsten Sonntag wieder. Ich verweile hier vor Ort noch etwas und organisiere ein bisschen. Am Freitag geht es dann richtig mit Aktionen los, auch wenn Ulrike, Tobias und ich heute schon mal ganz kurz zum Müllsammeln losspaziert sind….. wie schnell die Zeit vergeht.

 

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