Tag 12 bis 16 – Das Erwachen des Müllmonsters

Nun bin ich auch schon in Lübeck. So schnell geht das. Zwischen dem Elfenrain, der Feenwiese und anderen zauberhaften Straßenverläufen wurde ich hier im Libellenweg einquartiert. Wie bin ich hier hergekommen? Am Bahnhof kam ein quietschgrün gekleideter Mensch um die Ecke gesaust: Manfred. Manfred, immer laut lachend – und das Lachen ist ansteckend – und seine Frau Jutta haben mich ganz wunderbar in ihrem Heim aufgenommen. Ich fühle mich mal wieder wie in Watte gepackt und kann mich wirklich so gar nicht beklagen.
Am Freitagabend haben wir uns dann gemeinsam mit einer Truppe des BUND Lübecks aufgemacht zum Travemünderstrand, der Touristenstrand überhaupt in Lübeck. Hier fährt auch jeden Morgen ein Beach Cleaner der Kurverwaltung über den Strand und nimmt den meisten Müll mit. Das Ergebnis: ein saubergeleckter Strand? Denkste! Überall liegen Kleinteile, die auf den ersten Blick nicht zu sehen sind. „Wie sähe es hier bloß aus, wenn nicht gereinigt würde?“, hat wohl jeder von uns einmal gesagt und sich dabei Horrorszenarien im Kopf ausgemalt, in denen es mehr Müll als Sandkörner am Strand gibt. Am Ende summierten sich die Schnipsel von Tüten, Eisstiele und Trinkhalme dann doch zu einigen Tütchen. Mit jenem Sammelsurium haben wir gestern unsere Fahrräder behängt und provokant in der Fußgängerzone aufgestellt. Aber nicht nur die Fahrräder waren behangen sondern auch ich. Für meine Bekleidung hab ich auch ordentlich Blicke geerntet. Dazu muss gesagt werden, dass meine Strumpfhose von oben bis unten mit Zigaretten beklebt war (Eine kleine Nacht und Nebelaktion, die dazu führte, dass ich nur O-beinig laufen konnte, um keine Zigaretten zu verlieren, denn das wäre ja kontraproduktiv.) Wie wir es intern getauft haben „die etwas anderen Raucherbeine“. Um meinen Oberkörper herum wallerte dann noch jeglicher andere Meeresmüll. Kleine Kinder kommentierten meine Kostümierung nur mit: „Ui“ und rissen den Mund auf. Für eine Traube russischer Touristen durfte ich für Erinnerungsfotos posieren. Ich gehe nun davon aus, dass meine Kampagne über Verwandschaftsbeziehungen und Urlaubsfotoshows  international bekannt gemacht wird. Beinahe hätte ich erwartet, dass jemand gegen ein Straßenschild läuft, weil er mir etwas entgeistert hinterherschaute. Der gewünschte Effekt ist eingetreten: ein kleiner Schock.
So gelang es mir auch einigen Raucher*innen begründet einen Taschenascher in die Hand zu drücken und konnte auch Nichtraucher*innen viele Anregungen mit auf den Weg geben, um im Alltag etwas für saubere Meere zu leisten. Ein Stichwort wäre da beispielsweise CodeCheck: Einfch herunterladen und die einigen Kosmetikprodukte mal auf Mikroplastik scannen. Insgesamt kann der heutige Tag als eine sehr gelungene Aktion zusammengefasst werden, aber seht selbst: Die Bilder sprechen für sich. Heute werde ich dann auf meinem Weg  mit einer Fahrradtour-Kompanie am Wasser entlang ein Stück nach Eutin begleitet und verlasse einmal mehr ein schöne Stadt und ihr feines Marzipan.

+++NEWS+++Die Bauchtasche ist wieder in meinem Besitz+++Ich bin wieder über meine iegne Handynummer zu erreichen+++Mehr Neuigkeiten in dieser Hinsicht gibt es nicht.

 

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